Nach der deutlichen Kritik der Anwohnerschaft und vieler Erholungssuchender an Umfang und Durchführung von Baumfällungen Mitte Dezember im Lichtenrader Wäldchen ergab eine Anfrage von mir an den Senat das wahre Ausmaß: 550 Bäume wurden an den beiden Tagen „entnommen“.

„Als Grund der großflächigen Fällungen wurde die Verkehrssicherungspflicht genannt. Zudem wurden Schneisen geschlagen, um künftig entlang der Waldgrenzen das Befahren mit großem Gerät für Pflege- und Sicherungsmaßnahmen erstmals zu ermöglichen.

Unter dem Mantel der Verkehrssicherungspflicht wurde bei der Baumfällung offenbar nach dem Motto gehandelt: Lieber ein paar Bäume zu viel fällen als zu wenig,“ kritisiert der Lichtenrader CDU-Abgeordnete Christian Zander. „Ich halte dieses Vorgehen für überzogen und nicht im Einklang mit einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Das Fällen von 550 Bäumen überwiegend entlang der Hauptwege ist für dieses relativ kleine Waldgebiet ein heftiger Eingriff.“

„Es ist zwar nachvollziehbar, dass geschädigte, umsturzgefährdete Bäume entnommen werden, damit diese nicht Menschen gefährden, die im Wald spazieren. Doch sollte dies nicht vereinfachend nach einer lediglich summarischen Prüfung erfolgen, zumal im Gegensatz dazu bei der Fällung von Straßenbäumen umfangreiche Begutachtungen erfolgen,“ wendet Zander gegen das Vorgehen ein. „Vielmehr sollte ein rechtlich sicheres Verfahren für die verantwortlichen Forsten entwickelt werden, der eine baumschonende Umsetzung eines Verkehrssicherungskonzepts ermöglicht, bspw. indem bei nicht offensichtlich geschädigten Bäumen ein Nachweis für den Fällgrund erbracht werden muss,“ schlägt der CDU-Abgeordnete vor.

Hauruck-Aktion hat zurecht für Unmut und Empörung gesorgt

„Das Vorgehen in Lichtenrade als eine Art Hauruck-Aktion hat bei vielen Menschen für Unverständnis und Empörung gesorgt. Sollte sich diese Art der Verkehrssicherungspflicht verstetigen (z.B. geplant in Frohnau), dann verlieren wir quasi als Kollateralschaden tausende gesunder Bäume, wenn es schon in einem überschaubaren Waldgebiet wie im Süden Lichtenrades so viele Bäume betrifft,“ befürchtet Zander.

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