Anspruch und Wirklichkeit klaffen oft auseinander. 1.000 grüne Dächer versprach ein in 2019 von Rot-Rot-Grün aufgelegtes Sonderprogramm. Das Problem: Dieses Ziel kann gar nicht erreicht werden - am Ende werden es wohl nur ca. 100 begrünte Dächer sein. Auch in Sachen Solaranlagen war der Senat nicht wirklich aktiv. Denn in den Jahren 2018-2020 wurde auf senatseigenen Gebäuden gerade nur so viel Leistung an Photovoltaikanlagen installiert wie 2017.

Das Programm für 1.000 grüne Dächer - auch GründachPLUS genannt - wurde für die Jahre 2019-2023 aufgelegt. 2,7 Mio. € stehen als Fördermittel für die Bezuschussung zur Verfügung. Bis Februar 2021 wurden aber erst 20 Anträge bewilligt, die aber immerhin schon etwa 1/4 der Fördersumme verschlangen. Hochgerechnet bedeutet dies bis zum Programmende noch weitere 40 Anträge, die zum Zuge kommen. Anders betrachtet: Das Geld würde auch nur max. für weitere vergleichbare 60 Projekte zur Verfügung stehen.
Kurzum, recht viel Lärm für ein mageres Ergebnis: 614 T€ Fördergelder für 5.867 m² begrünte Dachfläche (dies entspricht in etwa der Fläche des EKZ Südmeile am S-Buckower Chaussee).

Rot-rot-grüner Senat ist wenig ambitioniert statt leuchtendes Vorbild

Tief blicken, wie wenig ambitioniert die von der Grünen-Senatorin Günther geführte Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ist, lässt die Antwort auf die Frage, was der Senat unternehme, um die landeseigenen Dachflächen zu begrünen, und ob bekannt ist, welches Potential dafür vorhanden ist: Man habe keine Kenntnis über das Potential und sehe auch keine Möglichkeit, dieses Potential mit einer Erhebung herauszufinden. Im Einzelfall können bei konkreten Dachsanierungen darüber nachgedacht werden. Zudem stünde auch dem Land Berlin offen, Mittel aus dem Förderprogramm zu beantragen.

In Sachen Energiegewinnung mittels Photovoltaik tritt das Land Berlin auf der Stelle. Insofern müsste das Land eigentlich erster Adressat des geplanten Berliner Solargesetzes sein, dass Gebäudeeigentümer verpflichten soll, Solaranlagen zu installieren, wenn diese ihre Dächer großflächiger sanieren.

Man darf gespannt sein, welche Folgen dies haben wird. Denn müsste nicht dann mit jeder Dachbegrünung zwingend die Errichtung von Solaranlagen verbunden sein? Wenn das mal nicht bei diesem Ziel nach hinten losgeht...

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