Eine Abfrage nach den Standorten von öffentlichen Ladepunkten für E-Autos ergab für unseren Bezirk Tempelhof-Schöneberg eine Anzahl von insgesamt 73 Ladesäulen mit 136 Ladepunkten. Dies ist eine doch recht übersichtliche Zahl für einen Bezirk mit über 330.000 Einwohnern. Hauptkritikpunkt ist jedoch die ungleiche Verteilung innerhalb des Bezirks.

„Die Verteilung der Ladesäulen ist ein erneuter Beleg dafür, dass Rot-Rot-Grün die Außenbereiche der Stadt vernachlässigt“, kritisiert der Lichtenrader CDU-Abgeordnete Christian Zander und ergänzt: „Es ist zwar nachvollziehbar, dass in den dicht besiedelten Innenstadtlagen ein höherer Bedarf an Ladesäulen besteht. Doch was sich in Tempelhof-Schöneberg abspielt, widerspricht jedweder Logik. Gerade in den Außenbezirken gibt es eine höhere Dichte an Pkw, hat das Auto einen höheren Nutzungsanteil und es werden längere Strecken mit dem Auto zurückgelegt."

Verkehrswende funktioniert so nicht

So kann die Verkehrswende nicht funktionieren, wenn ein Teil der Stadt vom Ladesäulennetz nahezu abgehängt ist,“ zeigt sich Zander, Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz des Abgeordnetenhauses, ernüchtert.
Denn obwohl es in Marienfelde und Lichtenrade mehrere geeignete Standorte für Ladesäulen gibt, befindet sich in Lichtenrade nur eine einzige! In Marienfelde können ebenfalls an nur zwei Ladesäulen E-Autos aufgeladen werden. Hingegen sind im Alt-Bezirk Schöneberg 49 Ladesäulen aufgestellt. Die restlichen 21 verteilen sich somit auf die Ortsteile Tempelhof und Mariendorf. Im Nachbarbezirk Neukölln besteht zwar auch ein Unterschied bei der Verteilung der Ladesäulen, aber nicht in ganz so krasser Weise wie in Tempelhof-Schöneberg.

Zum Vergleich ein paar Zahlen:
In Schöneberg und Friedenau leben ca. 146.000 Menschen auf einer Fläche von 1.074 Hektar. Lichtenrade und Marienfelde sind mit einer Fläche von 1.918 Hektar fast doppelt so groß und zählen immerhin ca. 83.000 Einwohner.

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