Die CDU-Fraktion hatte beantragt, das Potential für Verlängerungen von U-Bahnlinien mittels Kosten-Nutzen-Analysen zu prüfen. Darunter befindet sich natürlich auch die Idee, mit der U6 über Alt-Mariendorf hinaus auch Lichtenrade ans U-Bahnnetz anzuschließen.

Da solche Kosten-Nutzen-Analysen Geld kosten, hat die CDU-Fraktion ihren Antrag mit einem Änderungsantrag zum Haushaltsentwurf für die Jahre 2022/23, der derzeit im Abgeordnetenhaus beraten wird, untermauert und mehr Mittel für solche Untersuchungen einstellen wollen. Die rot-grün-rote Koalition hat die Mittelerhöhung abgelehnt.
Im Ergebnis steht zu befürchten, dass der Senat innerhalb der Wahlperiode keine einzige U-Bahnverlängerung fertigstellen wird. Hoffentlich wird wenigstens der Baubeginn für den "leichtesten" Abschnitt erfolgen können: die Verlängerung der U3 von Krumme Lanke bis zum Mexikoplatz, wo dann eine direkte Umsteigemöglichkeit zur S-Bahnlinie 1 besteht.

Die U-Bahn ist neben der S-Bahn als leistungsfähigstes Transportmittel das Rückgrat des öffentlichen Nachverkehrs in Berlin. Daher steht es außer Frage zu prüfen, welche der bestehenden Linien sinnvoll verlängert werden können, um den Verkehr von der Oberfläche auf die unterirdischen Gleise zu ziehen. Doch die Koalition ist uneins in dieser Frage und hat sich zähneknirschend auf einen Kompromiss geeinigt, einige wenige Projekte zu prüfen. Statt den Ausbau des U-Bahnnetzes mit dem nötigen Elan anzugehen, scheinen es allenfalls Tippelschritte zu sein, die die grüne Verkehrssenatorin bereit ist zu setzen, während Pop-Up-Busspuren schnell umgesetzt werden sollen.

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