Nach den Sommerferien wurde nach dem Abriss des alten Bahnsteigs der neue 2 Mio. € teure Ersatzbahnsteig des S-Bahnhofs Lichtenrade in Betrieb genommen. Zwar konnte dadurch eine längere Sperrung des Bahnhofs vermieden werden, doch gibt es auch Beschwerden aufgrund der schwierigeren Erreichbarkeit. Und es gibt zu wenig Fahrradabstellmöglichkeiten.

Wer den S-Bahnhof Lichtenrade von Westen aus erreichen möchte, wird in einem großen Bogen über einen schmalen teilweise unebenen Weg auf den östlichen Bereich gelenkt und dann über einen längeren Weg westwärts zurück zum Ersatzbahnsteig. „Aufgrund von mich erreichenden Beschwerden habe ich nachgefragt, ob wirklich alle Alternativen geprüft worden sind und noch Verbesserungen erfolgen können,“ berichtet der Lichtenrader CDU-Abgeordnete Christian Zander. Die Antwort fällt jedoch ernüchternd aus: Der direkte Weg über den Pfarrer-Lütkehaus-Platz wird verworfen, da dort Baustoffe umgeschlagen und Kräne errichtet werden sollen. Leider war hier nicht einmal eine Zwischenlösung möglich. Eine Anbindung über das Gelände der Alten Mälzerei für Menschen, denen das Zurücklegen des langen Weges schwerfällt, wurde ebenfalls verworfen.
Immerhin wurde der Hinweis aufgegriffen, dass bestehende Unebenheiten und fehlende Bordsteinabsenkungen Mängel bei der barrierefreien Zugangsmöglichkeit darstellen, so dass hier nun nachgebessert werden soll.

Die Anzahl der geplanten Fahrradabstellmöglichkeiten am neuen Bahnhof liegt unterhalb des jetzigen Bedarfs

Die aktuell vorhandenen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sind unzureichend. Sogar nach Fertigstellung der beiden neuen Bahnhöfe Lichtenrade und Buckower Chaussee sind mit 168 bzw. 100 Fahrradstellplätzen nicht nur weniger geplant, als aktuell benötigt werden, sondern auch nur knapp die Hälfte des Bedarfs, der für 2030 prognostiziert ist (350 bzw. 202). „Nun werden Senat und Deutsche Bahn - was dringend erforderlich ist - auf weitere Nachfrage immerhin prüfen, inwieweit schon während des Ausbaus mehr Abstellmöglichkeiten als ursprünglich vorgesehen geschaffen werden können. „Es wäre auch äußerst unverständlich gewesen, zunächst deutlich unterdimensionierte Abstellanlagen zu errichten, die dann nachträglich erst noch umständlich erweitert werden müssten, anstatt von Anfang an die Zielgrößen für 2030 zu verwirklichen“, zeigt sich Zander vorsichtig optimistisch.

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