Die Idee ist gut: Anreize setzen für einen Umstieg vom Auto auf die Öffentlichen Verkehrsmittel, statt einzig nur den motorisierten Individualverkehr durch Einschränkungen und Verteuerungen zurückzudrängen. Doch natürlich kostet dies Geld und man braucht mehr Fahrzeuge und Personal.

Deshalb habe ich in einer Schriftlichen Anfrage (ÖPNV-Offensive der BVG) nachgefragt, wie genau die Pläne zur ÖPNV-Offensive aussehen. Und ich wollte wissen, ob die dafür und für den Umstieg auf E-Busse benötigten Mittel überhaupt vorhanden sind.

Die Antwort ist leider ernüchternd. Die Idee des 10-Minutentakts soll nur die "wichtigen" Buslinien betreffen. Bei uns in Lichtenrade fahren die wichtigen Linien aber schon in diesem Takt. Welche Verbesserungen sich für unseren Ortsteil Lichtenrade ergeben würden, konnte nicht mitgeteilt werden, da es erst einmal nur um Überlegungen und keine ausgereiften Pläne handele. Ich befürchte, der Fokus auf die wichtigen Linie wird engmaschiger im Innenstadtbereich liegen und grobmaschiger in den Außenbezirken. Doch gerade von dort müssen die Menschen verstärkt abgeholt werden und sind viele Linien überlastet.

Hinzu kommt, dass die BVG für die Erneuerung der Busflotte einen immensen Geldbetrag benötigt. Obwohl der BVG über das "Basispaket" und das "Paket Elektromobilität 2025" Gelder in Höhe von 680 Mio. € sicher sind und dadurch auch der Bau u.a. des neuen Busbahnhofs in der Säntisstraße finanziert ist, fehlen allein für die Dekarbonisierung (also Umstieg vom Verbrennungsmotor auf E-Mobilität) schätzungsweise 570–1.610 Mio. €. Und darin sind noch nicht die 70-80 Busse enthalten, die für die ÖPNV-Offensive zusätzlich benötigt würden.
Die nächste Hürde ist, dass abgesehen von den bereits bestellten neuen Diesel-Doppeldeckerbussen künftig nur noch E-Busse gekauft werden. Das bedeutet, frühestens ab 2024 könnten die 70-80 zusätzlichen Busse eingesetzt werden, da erst in diesen zwei Jahren die zusätzlich benötigte Infrastruktur der BVG für E-Busse vorhanden sein wird.

Was wird am Ende von der pressewirksam angekündigten ÖPNV-Offensive übrig bleiben? SO wünschenswert das ist, befürchte ich, die Idee landet in der Schublade.

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