376 Teststellen gibt es derzeit in Berlin, 288 von ihnen sind auf der Übersichtskarte von test-to-go.berlin zu finden. Während diese in der Innenstadt engmaschig vorhanden sind, haben einige Ortsteile in den Außenbezirken gar keine Teststelle. In der heutigen Sitzung des Gesundheitsausschusses hieß es übereinstimmend, dass die ungleiche Verteilung der Teststellen von den Menschen am Stadtrand als strukturelle Benachteiligung empfunden werde.

„Es ist für das Eindämmen der Pandemie kontraproduktiv, wenn Menschen sich von Lichtenrade aus bis nach Steglitz oder von Rahnsdorf nach Treptow auf den Weg machen müssen, um sich vor dem Besuch beim Friseur, der eigentlich um die Ecke liegt, testen zu lassen, weil es hier im Süden fast keine Testmög-lichkeiten gibt“ berichtet der Lichtenrader CDU-Abgeordnete Christian Zander über Beschwerden, die ihn erreichten. Senatorin Kalayci kündigte zwar für diese Woche ein Treffen mit den Bezirken an, bei dem es darum gehen soll, fünf weitere landeseigene Teststellen in unterversorgten Bezirksregionen zu eröffnen, doch reicht dies nicht aus.

Zügig neue Teststellen schaffen und alle vorhandenen veröffentlichen

„Daher habe ich mit anderen Mitgliedern des Gesundheitsausschusses in der heutigen Sitzung gefordert, weitere Anstrengungen zu unternehmen und dafür zu werben, dass Betreiber dezentral Testmöglichkeiten schaffen. Der Hinweis darauf, man könne sich unter testen-lernen.de unbürokratisch online registrieren lassen, wenn man eine Teststelle anbieten wolle, reicht mir nicht aus,“ kritisiert Zander. „Hier müssen die Senatsverwaltung und die Gesundheitsämter schnell die unterversorgten Regionen identifizieren und schau-en, ob sie eigene Angebote eröffnen oder andere Anbieter dafür gewinnen können.“
Ein weiteres Manko ist, dass fast ein Viertel der Teststellen nicht im Internet aufgelistet ist. „Teststellen dürfen kein Geheimtipp, sondern müssen für alle transparent in einer Übersicht auffindbar sein, so dass die bislang knapp 100 auf test-to-go.berlin fehlenden Teststellen kurzfristig ergänzt werden müssen.

Die CDU-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg hat mit dem Festzentrum der Trabrennbahn einen ers-ten Vorschlag unterbreitet. Weiterhin sind öffentliche Einrichtungen wie das Lichtenrader Gemeinschafts-haus, der Bereich des Medienzentrums Marienfelde oder auch Ladengeschäfte in den Einkaufszentren der Lichtenrader und Marienfelder Großsiedlungen denkbar.

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